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StudJur Rezension: Die erfolgreiche Bewerbung als Rechtsanwalt

 

Die eigentliche Stellensuche beginnt nicht erst mit dem Staatsexamen, sondern schon viel früher.

Jemand der schon im Studium z.B. bei einem Anwalt oder einem Unternehmen gearbeitet hat, weiss u.a. mehr um die Vor- und Nachteile der Selbständigkeit oder mehr von alternativen Berufen für Juristen. Diese Erfahrungen helfen dann bei den Fragen:

Will ich in der Justiz tätig sein ?

Angestellter, Beamter oder Selbständigkeit ?

Gross- oder Kleinunternehmen bzw. Kanzlei ?

Wo will ich in fünf Jahren stehen ?

Die wirtschaftliche Lage der letzten Jahre hat in vielen Unternehmen, der Justiz und in der öffentlichen Verwaltung dazu geführt, dass freiwerdende Stellen nur noch selten neu besetzt wurden. Das führt nun dazu, dass sich auch das Anforderungsprofil an den modernen Juristen gewandelt hat. So sind zunehmend Zusatzqualifikationen von Bedeutung. Das sollte jedoch nicht unbedingt abschrecken, denn der Faktor Persönlichkeit und eigenes Auftreten sind nicht zu unterschätzen. Hier bietet es sich insbesondere für Juristen an, an bekannte Ausbilder heranzutreten, da sie den Bewerber kennen und so möglicherweise Empfehlungen aussprechen können, welche mehr wiegen wie die dritte Fremdsprache. Zu den Zusatzqualifikationen gehören neben Fremdsprachen auch EDV-Kenntnisse, obwohl letztere aufgrund der heutigen Entwicklung eher als Grundvoraussetzung gewertet werden. Ausnahmen sind hier spezielle IT Kenntisse. Längere Auslandsaufenthalte sind ebenfalls -insbesondere bei Wirtschaftsberatungsgesellschaften- gern gesehene Zusatzqualifikationen bzw. Eigenschaften.


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Muster eines tabellarischen Lebenslaufs als Word-Datei downloaden (Quelle: CDEFOP)

Mit bestandenem Examen beginnt für Studierende die Bewerbungsphase, doch die wenigsten von ihnen haben bis dahin einen Gedanken an Bewerbungsmaterialien und -strategien verschwendet. STUD. JUR. - Redakteurin Stefanie Widmann hat sich in der Vielfalt der Bewerbungsliteratur für Hochschulabsolventen umgesehen und Gespräche mit Personalberatern geführt um zu erfahren, welche Anforderungen an Bewerbungsunterlagen gestellt werden.

1. Zielsetzung 7. Lebenslauf
2. Zeit 8. Motivationsseite
3. Materialbeschaffung 9. Anlagenverzeichnis
4. Bewerbungsphoto 10. Test- und Auswahlverfahren
5. Deckblatt 11. Vorstellungsgespräch
6. Bewerbungsanschreiben 12. Blindbewerbung

1. Aspekt : Zielsetzung

Bevor die Bewerber beginnen, zahlreiche Bewerbungsmappen zu erstellen und zu versenden, sollten sie sich zunächst einmal mit ihrer Persönlichkeit und ihren Zielen auseinandersetzen. Gedanken über den Berufsstart, das Einkommen, den Berufszweig, die Fähigkeiten sowie persönliche Ziele und Eigenschaften sollten am Beginn einer jeden Bewerbungsphase stehen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, welche Vorteile eine genaue Recherche in eigener Sache bringen kann. Personalberater prangern häufig die unzureichende Vorbereitung von Hochschulabsolventen an. So wird zum Beispiel beim Assessment-Center schnell deutlich, ob ein Bewerber in eigener Sache recherchiert hat oder nicht. Bei mangelnder Vorbereitung hat der Teilnehmer so gut wie keine Chance, das Auswahlverfahren zu bestehen. Jedem Absolventen kann nur gesagt werden, daß die Festlegung der persönlichen Zielsetzungen und Wünsche ein wichtiger Schritt für ein erfolgversprechendes Bewerbungsverfahren ist. Um eure Fähigkeiten und persönlichen Eigenschaften zu erkunden, kann ein persönliches Gespräch unter Freunden weiterhelfen. Derjenige, der sich die Zeit für eine solche Vorbereitungsphase nimmt, profitiert später davon. Bei einem persönlichen Bewerbungsgespräch kann auf die Gedanken aus dieser Phase zurückgegriffen werden, und es wird den Personalverantwortlichen klar, daß der Bewerber kompetent an die Sache herangegangen ist.

2. Aspekt: Zeit

Für das Erstellen einer kompletten Bewerbungsmappe ist viel Zeit erforderlich. Die Bewerber sollten sich nicht von anderen Hochschulabsolventen einschüchtern lassen, die am Tag mindestens 6 Bewerbungs mappen erstellen und
versenden. Die Personalverantwortlichen in den Unternehmen sehen sehr schnell, ob es sich um eine Standardbewerbung handelt oder ob sich der Kandidat mit seinen Unterlagen befaßt hat. Wer immer die gleichen Bewerbungsunterlagen verfaßt und nur die Firmendaten auswechselt, muß sich nicht wundern, wenn seine Bewerbung wieder zurückkommt. Jede Position hat ihre unterschiedlichen Anforderungen, auf die der Bewerber eingehen sollte. Eine gründliche Vorbereitung ist unerläßlich für eine erfolgversprechende Bewerbungsstrategie.

3. Aspekt: Materialbeschaffung

Eine erfolgreiche Präsentation erfordert sorgfältig ausgewählte Bewerbungsutensilien. Gewöhnliches Schreibmaschinenpapier ist für Hochschulabsolventen, die Führungspotential beweisen wollen und sich zum Beispiel als Geschäftsführer bewerben, nicht geeignet. Da ist ein Schreibmaschinenpapier mit Wasserzeichen und Verstärkung schon stilvoller. Dem Personalverantwortlichen wird dadurch bereits suggeriert, daß es sich um einen kompetenten Bewerber handelt. Gewarnt sei auch vor übereilten Bewerbungen, die mit Kaffeeflecken verziert abgesendet werden. Leider kommt es noch viel zu häufig vor, daß Bewerbungsunterlagen verschmutzt oder zerfleddert die Firmen erreichen. In einem solchen Fall gelangt die Bewerbung nicht einmal zur Vorauswahl oder zur Sekretärin, sie wird vorher wieder zurückgesandt. Deswegen ist ein besonderes Augenmerk auch auf die Umschläge und Bewerbungsmappen zu richten: Am besten geeignet sind Briefumschläge mit verstärktem Rücken. Dadurch kann der Gefahr entgangen werden, daß die Unterlagen auf dem Postweg geknickt werden. Die Farbe der Briefumschläge dagegen ist meines Erachtens eine reine Geschmacksfrage, die auf keinen Fall die Qualität der Bewerbung beeinträchtigt oder den Grund für einen Mißerfolg darstellt. Einige Autoren schwören auf weiße Briefumschläge, da sie als angenehmer empfunden werden als die gewöhnlichen braunen Umschläge. Personalverantwortliche äußerten zu diesem Thema, daß ihre Sekretärin die Bewerbungen öffnet und sie den Umschlag nicht zu Gesicht bekommen. Ich persönlich bevorzuge weiße Umschläge, dies mag jedoch sicherlich daran liegen, daß braune Umschläge die gängige Farbe im Verlagswesen sind und mir zu gewöhnlich erscheinen. Egal, für welche Farbe sich der Bewerber entscheidet, er sollte die Wahl später begründen können. Bei einem Bewerbungsgespräch wurde ich mit der Frage konfrontiert, warum ich gerade weiße Umschläge verwendet habe.

Beachtet werden sollte auch die ausreichende Frankierung der Umschläge. Briefträger haben nämlich die Angewohnheit, den Fehlbetrag mit roter Kreide groß und unübersehbar auf dem Umschlag zu vermerken. Dieses »Brandzeichen« eignet sich zwar, um einen bleibenden Eindruck bei der Firma zu hinterlassen, nur ist er nicht für eine erfolgreiche Bewerbungsstrategie geeignet. Ob die Bewerber nun Sondermarken verwenden oder gewöhnliche, ist wiederum eine Frage des eigenen Geschmacks. Sicher ist nur, daß die Bewerber nicht unbedingt Automatenmarken verwenden und die Briefmarken auch nicht kreuz und quer auf dem Umschlag verteilen sollten. Ratsam ist es auch nicht, die Briefmarken von einem sich völlig in Eile befindlichen Postbeamten aufkleben zu lassen. Also: Briefmarken in der nötigen Ruhe aufkleben und ausreichende Frankierung beachten.

Auf die Versendung durch die Post sollte verzichtet werden, wenn der Bewerber ohne Mühe die zukünftige Arbeitsstätte erreichen könnte. In solchen Fällen wird es gern gesehen, wenn der Bewerber seine Unterlagen persönlich abgibt. Natürlich ist das nicht immer möglich, aber wenn eine Chance besteht, sollte sie ergriffen werden. Nicht den Kontakt scheuen, denn am Ende zahlt sich das persönliche Engagement aus. Perfekt ist es natürlich, wenn man die Unterlagen nicht einfach dem Pförtner in die Hand drückt und wegrennt, sondern sich die Mühe macht, die Personalabteilung oder den Ansprechpartner aufzusuchen. Ein paar freundliche Worte mit der Sekretärin bei der Abgabe können wahre Wunder wirken.

Die Auswahl der Bewerbungsmappen ist aufgrund des reichlichen Angebotes nicht einfach. Es gibt spezielle Bewerbungsmappen, die einen sehr ansehnlichen Preis ( 5 bis 7 Euro) haben und teilweise nicht einfach zu handhaben sind. Vor allem sollten die Bewerber den Seitenumfang ihrer Unterlagen bei der Auswahl der Bewerbungsmappen berücksichtigen. Nichts ist schlimmer als eine zu kleine Mappe, in die die Unterlagen hineingepreßt werden. Schnellhefter und Klarsichtshüllen sind heute nicht mehr geeignet, um eine Bewerbung zu präsentieren. Eingebürgert haben sich edle Klemmappen, Bindungssysteme und Kartonmappen aus Altpapier. Die Farbwahl sollte sich möglichst im dezenten Rahmen halten, von grellfarbigen Mappen ist Abstand zu nehmen. Der Bewerber sollte bei der Auswahl die gewünschte Position im Auge behalten.

4. Aspekt: Bewerbungsphoto

Eine erfolgreiche Bewerbungsmappe muß den Bewerber präsentieren und sprichwörtlich in ein gutes Licht rücken. Da er dem Unternehmen häufig unbekannt ist und die Personalverantwortlichen gerne vorher wissen möchten, wie der Bewerber aussieht, hängt vieles von einem guten Bewerbungsphoto ab. Die Anforderungen, die an ein Bewerbungsphoto gestellt werden sind hoch, und so ist von Automatenphotos abzuraten. Das Bild sollte zum einen individuell sein, damit sich der Bewerber von der Masse der Mitbewerber abhebt, zum anderen sollte es ihn nicht negativ hervorheben. Die Neigung einiger Bewerberinnen, sich in Porträtaufnahmen vor dem Swimmingpool zu präsentieren, ist vielleicht für eine Sonnenmilch-Werbung geeignet, nicht aber für eine Führungsposition. Es ist mitunter sehr interessant, was sich Jungakademiker alles einfallen lassen, und der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Einige Bewerber haben sich schon in einer Menschengruppe photografieren lassen und dann mit einem Neonpfeil verdeutlicht, wer der eigentliche Bewerber ist. Sicherlich ist eine solche Strategie für gewisse Berufe geeignet, aber sie sollte auf keinen Fall verallgemeinert werden. Sehr schnell kann ein individuelles Bild negative Auswirkungen haben und lediglich dem Vergnügen der Personalberater dienen. Aus eigenen Erfahrungen kann ich raten, einen guten Photographen aufzusuchen, der einen rundum berät und sich Zeit nimmt. Ob es nun farbige oder schwarzweiße Photos sind und welche Formate gewählt werden ist eine Frage, die jede(r) Absolvent(in) für sich selbst beantworten sollte. Teilweise erregen Schwarzweißphotos eine größere Aufmerksamkeit als Standardfarbphotos. In diesem Zusammenhang sollte der Bewerber damit rechnen, daß er bei einem Vorstellungsgespräch explizit auf die Wahl seines Photos angesprochen wird. Die Absolventen müssen darauf achten, daß sie nicht mit einem »Margarinelächeln« abgelichtet werden. Die Botschaft, die übermittelt wird, sollte »Ich will den Job haben« sein und nicht »Kaufen sie die Margarine«. Ein guter Photograph sagt einem, wenn ein falscher Eindruck entstehen könnte und vermittelt die richtige Portion Selbstbewußtsein für ein exzellentes Photo.

Das Photo sollte auf keinen Fall mit einer Heftnadel in den Bewerbungsunterlagen angebracht oder angeklammert werden. Auch vor übermäßigem Gebrauch von Klebstoff ist zu warnen. Ich persönlich würde einen Kleberoller oder Photokleber empfehlen, denn zum einen lassen sich die Bilder gut wieder entfernen und können problemlos noch einmal verwendet werden. Zum andern kann der Personalverantwortliche das Bild mühelos in einen Personalbogen kleben. Die Frage, ob das Photo besser auf dem Lebenslauf (rechts oben) oder auf dem Deckblatt plaziert wird, kann nicht mit »Ja« oder »Nein« beantwortet werden. Meines Erachtens ist es wichtig, daß das Photo sich in die Gesamtheit der Bewerbungsunterlagen einfügt und nicht auf einem Extrablatt angebracht wird.

5. Aspekt: Deckblatt

Die Gestaltung des Deckblatts ist eine reine Geschmacksache, und einen »heißen« Tip kann ich nicht geben. Es ist eine Frage des eigenen Stils und der eigenen Phantasie, ob ich meine Adresse auf dem Deckblatt abdrucke und dazu mein Bewerbungsphoto anbringe, oder lediglich meinen Namen. Die nebenstehenden Vorschläge sollen nur eure Phantasie anregen.

6. Aspekt: Bewerbungsanschreiben

Das erste, was dem Betrachter bei einer Bewerbung in die Hände fällt, ist normalerweise das Anschreiben. Dies sollte möglichst kurz gehalten werden und keinesfalls über eine Seite hinausgehen. Diejenigen unter euch, die umfangreichere Anschreiben für geeignet halten, sollten sich einmal deren Sinn verdeutlichen: Das Anschreiben fungiert als Visitenkarte und wird teilweise zur Hilfe herangezogen, um die Spreu vom Weizen zu trennen. Je länger es ist, um so geringer ist die Chance, daß der Betrachter sich die Mühe macht und es durchliest. Seine Zeit ist ihm kostbar, und er wird sie sicherlich nicht dafür nutzen, seitenweise Anschreiben zu studieren. Sehr häufig werden Anschreiben ohne Beachtung weggelegt oder die Sekretärin sortiert sie aus.

Das geeignete Anschreiben sollte in aller Kürze die Neugierde des Lesers wekken und den Wunsch zur weiteren Betrachtung der Bewerbungsmappe auslösen. Mit der Verwendung der Floskel »Sehr geehrte Damen und Herren« sollten die Bewerber sparsam umgehen, vor allem dann, wenn in der Stellenanzeige eine ganz bestimmte Person als Ansprechpartner genannt ist. Diejenige Person nimmt es dem Bewerber schon übel, wenn sie nicht direkt angesprochen wird, und teilweise wird ein solch fataler Fehler auch als Unaufmerksamkeit interpretiert. In knappen Worten sollten im Anschreiben das »Warum der Bewerbung« und die »Ziele« des Bewerbers dargelegt werden.

7. Aspekt: Lebenslauf

Zum Glück all jener Bewerber, die ­ wie ich ­ über keine leserliche Handschrift verfügen, hat der gute alte handgeschriebene Lebenslauf ausgedient und wird in der heutigen Zeit auch nur noch selten gefordert. Personalberater warnen regelrecht davor, den Bewerbungsunterlagen unaufgefordert einen handgeschriebenen Lebenslauf beizulegen. Zum einen stellen handgeschriebene Lebensläufe eine Zumutung dar, und zum anderen können Sie für graphologische Zwecke genützt werden.

Wie und in welcher zeitlichen Abfolge der Lebenslauf aufgebaut wird, ist nicht entscheidend. Wichtig ist vielmehr, daß der Bewerber seine persönlichen Daten, Schulausbildung, Hochschulstudium, ggf. Wehr- oder Zivildienst, Berufs- und Praktikumserfahrungen, Referendarzeit, berufliche Weiterbildung und besondere Kenntnisse, Hobbys und Interessen mit einbringt. Natürlich sollte der Lebenslauf auch mit Datum, Ort und einer eigenen Unterschrift versehen werden.

8. Aspekt: Motivationsseite

Eine gut ausgefeilte Bewerbungsmappe verfügt nach Ansicht einiger Autoren über eine sogenannte Motivationsseite. Diese Seite soll dem Betrachter die Möglichkeit geben, einen Einblick in Kenntnisse, Fähigkeiten und Motivation des Bewerbers zu bekommen.

Wie diese Seite aufgebaut wird und welche Punkte der Bewerber anspricht, ist die alleinige Angelegenheit der Absolventen. Wenn ihr zum Beispiel Fortbildungsveranstaltungen besucht oder Mandantengespräche erfolgreich geführt habt, dann könntet ihr auf dieser Seite darüber berichten. Ferner wird gern gesehen, wenn ein Bewerber auch außeruniversitäres Engagement gezeigt hat (Tutorien, Referndarverband, Redakteur). Hierüber lohnt es sich immer, ein paar Zeilen zu schreiben und aufzuzeigen, wie euch diese Tätigkeit geprägt hat bzw. welche Ziele ihr hierbei erreichen konntet. Diese Seite bietet auch einen hervorragenden Einstieg in ein Bewerbungsgespräch.

9. Aspekt: Anlagenverzeichnis

Bei der Vielfalt der Zeugnisse der Studierenden ist es ratsam, ein Anlagenverzeichnis anzufertigen. Dies ermöglicht dem Leser, einen schnellen Überblick über die vorhandenen Zeugnisunterlagen zu bekommen, ohne sie einzeln durchzugehen. Das Anlagenverzeichnis sollte aber wirklich nur dann angefertigt werden, wenn den Unterlagen mehrere Zeugnisse (Erstes und Zweites Staatsexamen, Stationszeugnisse und Praktikumszeugnisse) beigefügt werden.

10. Aspekt: Psychologische Test- und Auswahlverfahren

All diejenigen Bewerber, die eine Einladung zu einem Auswahlverfahren erhalten haben, können sich glücklich schätzen. Zumindest sind sie ihrem Ziel »Arbeitsplatz« etwas näher gekommen. All die verschiedenen Auswahlverfahren aufzuzeigen würde den Rahmen dieses Beitrages sprengen, dennoch möchte ich auf ein paar Besonderheiten eingehen: Wer an einem Assessment-Center teilnimmt, sollte sich nicht von den Veranstaltern irreführen lassen oder gar psychische Schäden mit nach Hause bringen. Der Teilnehmer sollte einen klaren Kopf behalten und bei Fragen, die er nicht beantworten möchte (Wie sieht ihre Familienplanung aus? Welche Art des Zusammenlebens bevorzugen Sie?) die rote Karte ziehen. Unternehmen, die ein Veto des Bewerbers nicht akzeptieren, übersehen die Tatsache, daß der Bewerber ein Individuum ist, dessen Persönlichkeit respektiert werden muß. Erfahrungsberichte von Teilnehmern, die in unterschiedlichen Büchern abgedruckt sind, können einem helfen, sich einmal mit der Materie vertraut zu machen.

Ich selbst habe mich schon während meiner Referendarzeit einem Assessment ­ Center ausgesetzt. Dies war es sehr hilfreich, da ich mich noch am Beginn des Referendariats befand und somit nichts zu verlieren hatte. Vor allem diente es auch der Schulung für weitere Assessment-Center, was mir einen Einblick in die überraschende Vielfalt der Aufgabenstellungen und Präsentationen gab.

11. Aspekt: Vorstellungsgespräch

Wenn ein Bewerber das heißersehnte Vorstellungsgespräch bekommt, sollte er zu diesem Zeitpunkt zumindest die Kleidungsfrage geklärt haben.

Darüber hinaus ist der Besuch eines Rhetorik-Seminars ist hervorragend geeignet, um sich mit den Fragestellungen »Wie wirke ich auf andere?«, »Welche rhetorischen Fähigkeiten könnte ich verbessern?« zu beschäftigen. Der Bewerber bekommt hierdurch eine gewisse Übung im Gesprächsablauf und der freien Rede. Es gibt einige Anbieter, die spezielle Präsentationsseminare für Juristen anbieten.

Auch im Bereich Vorstellungsgespräch ist ein Probelauf während der Referendarzeit durchaus ratsam, um sich schon einmal auf die Situation vorzubereiten.

Wer nur mit allgemeinen Fragen über seinen Werdegang, die Position und das Unternehmen rechnet, hat in manchen Fällen weit gefehlt. Mir selbst und einigen Kollegen wurden fachspezifische Fragen gestellt, um unsere Einstellung zu den unterschiedlichen Rechtsgebieten und unseren Umgang mit Mandanten zu erforschen. Wer sich zum Beispiel auf eine Stellenanzeige bewirbt, in der spezifische Kenntnisse im Europarecht gefordert sind, sollte sich vor dem Vorstellungsgespräch über die Neuerungen in diesem Rechtsgebiet informieren und sich auf Grund- und Spezialfragen hierzu einstellen.

12. Aspekt: Blindbewerbung

Die Blindbewerbung, auch Initiativbewerbung genannt, ist sicherlich eine Bewerbungsstrategie mit guten Chancen, wenn sie ausreichend fundiert durchgeführt wird. Sie erfordert eine genaue Recherche und Fingerspitzengefühl. Der Bewerber muß sich mit der ausgewählten Branche auseinandersetzen, vorab Informationen über das Unternehmen einholen und sich über dessen Bedürfnisse Gedanken machen. Werden diese Punkte beachtet, kann der Bewerber auch mit dieser Art der Bewerbung vorne liegen.

Habt ihr weitere Tipps ? Mailt uns doch einfach !

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