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Wirtschaftsrecht Central (Jetzt in Köln)
Die Zeit nach dem Examen wird bis zum Beginn der Referendarszeit meist mit dem
Master of Law überbrückt. Ob man sich nur auf diese Art und Weise
für den wirtschaftsrechtlichen Arbeitsmarkt qualifizieren kann, ist nach
Ansicht von Nicola Neuvians fraglich. Deswegen möchte Sie insbesondere
auf das Center for Transnational Law (CENTRAL) aufmerksam machen, welches interessante
Seminare und Vorträge anbietet. Wer also nicht unbedingt für einen
LLM ins Ausland möchte, kann über das CENTRAL interessante Kontakte
knüpfen und spannenden Themen seine Aufmerksamkeit schenken.
Der Center for Transnational Law (CENTRAL) wurde im März 1998
als Forschungsstelle am Institut für Internationales Wirtschaftsrecht der
Westfälischen Wilhelms-Universität Münster errichtet und befindet
sich nun an der Universität Köln. Zugleich wurde ein Förderkreis
aus Wirtschaft und Anwaltschaft gegründet. Mit seiner Unterstützung
sollen einzelne Arbeitsbereiche und Projekte gefördert werden, die im wesentlichen
zwei Ziele verfolgen:
Das Central dient zum einen als wissenschaftliches Zentrum für die Erforschung
rechtsordnungsübergreifender, "transnationaler" Strukturen in
allen Bereichen des Internationalen Wirtschaftsrecht. Dabei soll insbesondere
der Meinungs - und Informationsaustausch zwischen Wissenschaftlern und Praktikern
aus aller Welt gefördert werden, die auf diesem Gebiet arbeiten und forschen.
Einige von ihnen sind dem Central als Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirats
("Board of Trustees") verbunden. Mit ihrer Unterstützung ist
der Aufbau einer umfassenden Datenbank zum transnationalen Wirtschaftsrecht
geplant. Sie soll Wissenschaft und Praxis einen schnellen und zuverlässigen
Zugriff auf diese ansonsten nur schwer zugängliche Rechtsmaterie ermöglichen.
Zugleich leistet das CENTRAL einen Beitrag zur Ergänzung der klassischen
Juristenausbildung auf dem Gebiet des Internationalen Wirtschaftsrecht. Mit
Unterstützung der Forschungsstelle werden regelmäßig Seminare,
Vorträge, Workshops, Moot Courts sowie eine Sommer-Akademie zum Internationalen
Wirtschaftsrecht. abgehalten. Zusammen bilden diese Veranstaltungen ein Gesamtkonzept,
durch das die wissenschaftliche Grundausbildung an der Universität mit
praxisbezogener Ausbildungsmodulen eng verzahnt wird. Mit diesem Konzept soll
ein neuer, intensiver und dauerhafter Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis
auf diesem Rechtsgebiet ermöglicht werden.
Internationalität der Ausbildung
Aufbauend auf einem soliden Grundwissen zum eigenen nationalen Recht muß
der angehende internationale Wirtschaftsjurist auf den Dialog und die Zusammenarbeit
mit Praktikern aus anderen Rechtsordnungen und Kulturen vorbereitet werden.
Dies bedingt die zunehmende Verflechtung und Globalisierung der Wirtschaftsräume
mit unterschiedlichen Rechtsordnungen. Häufig treffen junge Wirtschaftsjuristen
in den ersten Jahren ihrer Praxis unvorbereitet auf Sachprobleme oder Verhandlungen-
bzw. Prozessstrategien, die im Hinblick auf die meist sehr knapp bemessene Zeit
nur bei Kenntnis fremder Rechtsordnungen und fremder Rechtskulturen richtig
zu erfassen und zu lösen sind. CENTRAL bietet dahingehend nicht nur eine
internationale Ausrichtung des Bibliotheksbestandes, sondern eine intensive
Betreuung eines MootTeams, die Vorbereitung auf das Studium in den USA und eine
Sommerakademie zum Internationalen Wirtschaftsrecht.
Praxisnähe der Ausbildung
Gerade im Bereich der Internationalen Wirtschaftsrechts wird von deutschen Kanzleien
und Rechtsabteilungen häufig die mangelnde Praxisnähe der Ausbildung
beklagt. Durch Einbindung von Praktikern des Internationalen Wirtschaftsrechts
und praxisnahe Ausbildungsmodule wie etwa Planspiele zum Unternehmenskauf, Moot
Court-Seminare zur internationalen Wirtschaftsschiedsgerichtsbarkeit oder gemeinsame
Seminare mit Praktikern und Studenten zu aktuellen Themen der Wirtschaftspraxis
kann dieses Defizit abgebaut und die Fähigkeit zur pragmatischen Falllösung
sowie zur Erfassung wirtschaftlicher Hintergründe gefördert werden.
Eine praxisnahe Ausbildung ermöglicht es vielen Studenten zugleich, dem
durch die Liberalisierung des Berufsrechts und der Dienstleistungsfreiheit in
Europa erhöhten Wettbewerbsdruck auf dem deutschen Anwaltsmarkt zu begegnen.
Durch eine optimale Synergie zwischen Theorie und realer Praxis kann schließlich
auch die Fähigkeit zur Anpassung an neue Entwicklungen gefördert werden.
Für das Wintersemester 1999/2000 sind dafür interessante Seminare
vorgesehen. Zum Beispiel soll in der Zusammenarbeit mit dem Generalsekretär
der UNIDROIT, Prof. Dr. Herbert Kronke aktuelle Projekte der Vereinheitlichung
des Privat-, Handels-, und Wirtschaftsrechts bearbeitet werden. Außerdem
sind auch Rhetorik-Workshops vorgesehen, die dem Juristen die Praxis (Kanzlei
Bruckhaus, Westrick, Heller, Löber) vermitteln möchte.
Know How-Transfer zwischen Praxis und Wissenschaft
Die Praxisnähe der Ausbildung wird durch einen verstärkten Know How-Transfer
zwischen Praxis und Wissenschaft ergänzt. Dabei ist von entscheidender
Bedeutung, dass dieser Transfer in beide Richtungen stattfindet. Die rechtswissenschaftliche
Theorie muß die Realität des Wirtschaftlebens abbilden und ist dabei
auf Initiativen und Anstöße aus der Wirtschaft angewiesen. Die Forschung
muß nach Filterung dieser Realitäten durch methodische Prozesse und
Abläufe ihre Ergebnisse in verwertbarer Form an die Praxis zurückgeben.
Dies geschieht durch praxisbezogene Publikationen, Aufbau von Datenbanken, Weiterbildungsseminare
zur internationalen Vertragspraxis oder regelmäßig erscheinende Newsletter.
Career Center
Schließlich übernimmt CENTRAL auch die Aufgaben eines Career Centers.
Es treffen Absolventen und Arbeitgeber zusammen und es werden direkte Verbindungen
zwischen Hochschule und Berufswelt geschaffen. Dies erleichtert nicht nur die
frühzeitige Planung für beide Seiten, sondern zwingt Praxis und Hochschule
auch, ihre Ansprüche und Angebote immer wieder aufeinander abzustimmen.
Sowohl für Referendare in spe als auch für Studenten bietet das CENTRAL
somit viele Kontakte, die ein LLM nicht unbedingt gewährleistet.
Mehr Informationen können unter der angegebenen Adresse angefordert werden
, oder im Netz abgerufen werden.Nicola Neuvians
Kontakt über die Universität Köln.
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